Titel Titel
Die Gemeinde Hiltenfingen Rathaus und Behörden Aktuelles und Termine Kultur und Freizeit Wirtschaft und Gewerbe
 
Willkommen
Geschichte
Zeittafel
Bürgermeister
Wappenbeschreibung
Ortsplan
Gemeindliche Einrichtungen
Daten und Zahlen
Baugebiete
Ende

Obwohl der Ortsname Hiltenfingen um 1180 zum ersten Mal mit der Wendung "Priester Machtolf von Hildesfingen" in einer Urkunde erwähnt wird, geht die Entstehung des Ortes in das 8. oder 9. Jahrhundert zurück. Funde in der Gemarkung und im Ortsbereich sind Zeugen dafür - so die rechteckige Keltenschanze im Waldteil Härtle und germanische Reihengräber auf einem Grundstück im bebauten Ortsteil.

Nach der Namensform ist Hiltenfingen wohl eine allemannische Ursiedlung.

Die Geschichte Hiltenfingens ist eng mit jener der alten Herrschaft Schwabeggs verknüpft, deren Zugehöre der Ort seit ältester Zeit war. Im Jahre 1266 kam Hiltenfingen mit der Herrschaft Schwabegg durch Beerbung nach dem Tod des Hohenstaufischen Schwabenherzogs Konradin an den Bayernherzog Ludwig den Strengen. Die Lehensherrschaft der Kirche ging mit allen Nutzen und Rechten 12 80 an die Komturei des Deutschritterordens nach Blumenthal bei Aichach. Sie bestand über 500 Jahre bis zur Säkularisation.

Diese beiden geschichtlichen Ereignisse wurden im Wappen der Gemeinde dokumentiert, wie sich aus obiger Beschreibung entnehmen läßt.

Seit der Säkularisation ist die St.-Leonhards-Kapelle am nordöstlichen Dorfausgang im Eigentum der politischen Gemeinde. Sie ist auch das erste Kultgebäude der Gemeinde. Der älteste Teil, nämlich der kleine Chor, soll bereits von Bischof Ulrich geweiht worden sein. Gut erhaltene Fresken mit den 14 Nothelfern schmücken die Südwand des Chorraumes. Eine Kreuzigungsgruppe, geschaffen um 1470, ist wohl das wertvollste Kunstdenkmal. Diese Kapelle wird von Kunstkennern gerne besucht.

Die Pfarrkirche ist nach vorhandenen Niederschriften um das Jahr 1490 erbaut worden. Frei neben der Kirche steht der 64 m hohe Spitzturm. Er ist 7 m im Geviert errichtet und hat 1,9 m starke Grundmauern. Der unterste Raum soll der Grafschaft Schwabeggs als Gefängnis gedient haben.
Im Kirchenbau ist der Barock, das Empire und herrliches Rokoko vereint.

spacer

Die Gemeinde hat schon sehr früh mit einer geordneten Bebauung nach planerischen Vorstellungen begonnen. Auf die Erhaltung der Altbausubstanz im Dorfbild wurde großer Wert gelegt.
Die Struktur der Gemeinde hat sich in den zurückliegenden Jahren völlig gewandelt. Während am Ende des 2. Weltkriegs die Landwirtschaft der bestimmende Erwerbszweig war, ist der Ort heute zu einer Wohngemeinde umfunktioniert. Durch die Aufnahme von etwa 400 Heimatvertriebenen im Jahre 1946 - etwa die Hälfte der damaligen Bevölkerung - wurde diese Entwicklung eingeleitet. Der Anteil der landwirtschaftlichen Bevölkerung ist heute auf 14 v. H. gesunken. Bewirtschaftet werden von der 1455 ha umfassenden Gesamtfläche der Gemarkung 1180 ha Nutzfläche, welche durch eine Flurbereinigung I in den Jahren 1911 - 1913 und durch eine Flurbereinigung II in den Jahren 1959 - 1966 in wünschenswertem Maße neu gegliedert wurde.
Der gewerbliche Bereich war im Ort nur schwach entwickelt. Durch die Ausweisung eines ca. 5 ha großen Gewerbegebiets ist für den gegenwärtigen Bedarf und für zukünftige Gewerbeansiedlungen vorgesorgt.
Mit Erfolg bemühte sich die Gemeinde um Bauland. Rund 220 Baugrundstücke konnten im Geltungsbereich von 7 Bebauungsplänen an Bauinteressenten - hauptsächlich Einheimische -abgegeben werden.
Die Einwohnerzahl hat sich von 712 im Jahre 1840 auf 1.235 zum Stichtag 25. Mai 1987 erhöht. Derzeit leben 1.485 Personen in Hiltenfingen.
In den vergangenen Jahren hat die Gemeinde eine infrastrukturelle Ausstattung geschaffen, welche ein organisches Wachstum ermöglicht und den Wohnwert der Ortes ganz wesentlich erhöhte.
Die reizvolle Landschaft in der näheren Umgebung bietet viele Wandermöglichkeiten mit lohnenswerten Zielen.

Zeittafel

8. Jahrh. v. Chr. Eisenzeitliche Besiedelung unserer Flur (Fund germ. Reihengräber an der nord-
  westlichen Flurgrenze Schwabegg-Hiltenfingen und in Hiltenfingen auf dem Anwesen Götz, Augsburger Str. 24
   
5. Jahrh. v. Chr. Besiedelung durch die Kelten (Keltenschanze im Härtle)
   
4. Jahrh. n. Chr. Entstehung Hiltenfingens durch die Sippe des Hiltov bei der Landnahme der Alemannen.
   
8. Jahrh. n. Chr. Christliche Missionierung,das Geschlecht der Schwabecker starb aus;
  die Grafschaft kommt zu den Hohenstaufen.
   
1180 Erstmalige urkundliche Nennung des Namens "Hildovingen" (Pfarrer Machtof von Hildov)
   
Um das Jahr Bischof Ulrich von Augsburg weiht den ursprünglichen Teil der St. Leonhardskapelle
1000 (Chor mit Bimssteinen erbaut), urkundlich nicht belegt.
   
12. Jahrh. n. Chr. Bau des ältesten Teils des Kirchturms (dieser soll als Gefängnis der Grafschaft


Schwabeck gedient haben)
   
1239 In der Bestätigungsbulle von Pabst Gregor II kommt unter den eigentümlichen

Besitzungen des Klosters Irsee das Pfarrdorf Hiltovingen vor.
   
1266 Die Grafschaft Schwabeck und mit ihr kommt Hiltovingen an das Haus
  Wittelsbach (Bayern)
   
1280 - 1290 Die Lehensherrschaft der Kirche von Hiltovingen kommt mit allen Rechten und Nutzen
  (Kirchenschatz und Patronatsrecht) an die Deutsch-Ordens Commenthurei Blumenthal,
  an der Ecknach bei Aichach gelegen.
   
1304 Der Stadt Augsburg wird die Floßfahrt durch die Wertachbrücke "vergönnt".
   
1401 Namen des Dorfes nun " Hildenvingen"
   
1477 Guß der Glocke von St. Leonhard
   
1490 Bau der Pfarrkirche (Pfarrer ist nicht bekannt)
   
1516 wurden 3 Glocken von Meister Michael Sebald in Augsburg gegossen und im Turm
  untergebracht.
   
1571 die Akten nennen den ersten Pfarrer in Hiltenfingen, präsentiert von der Deutsch-
  Ordens-Commenthurei Heinrich von Babenhausen.
   
1588 1. Fußwallfahrt zum Heiligen Berg nach Andechs.
   
1620

Der Pfarrhof brennt total ab; sämtliche pfarrlichen Urkunden und Bücher sind verloren.
   
1632 Pest und Hunger; nur ca. 100 Seelen des Pfarrdorfes überleben.
   
ab 1649 werden die Pfarrbücher wieder geführt.
   
1653 Neuer Name " Hildesfingen "
   
1683 Einbau der Tonnendecke in der Pfarrkirche anstelle einer Holzdecke.
   
03.04.1684 Weihe des Hochaltars und des rechten Seitenaltars in der St.Leonhardskapelle
   
1707 - 1717 Bau eines neuen Pfarrhofes (Kosten 1999 Gulden)
   
1710 Abtragung des Satteldaches des Kirchturms bis zur Glockenstube. Bau eines Tjktogens
  in barocker Bauweise mit Zwiebelturm und Holzschindeln. Der Kupferstich mit Südansicht der Kirche stammt aus dieser Zeit
   
1725 - 1729 Erweiterung der Kirche nach Westen um die beiden Emporen. Eingang von Westen
  verschwindet; ein Nord- und Südeingang wird gebaut.
   
1789 Der Chorraum der Pfarrkirche wird nach Osten erweitert und im Empire-Stil eingerichtet.


Auf den Seitenaltären werden Reliquien mit den Gebeinen von St. Theodora und St. Gorgon aufgestellt. Sie stammen aus der Kalistus-Katakombe.
Auch die Inneneinrichtung des Kirchenschiffes wird dem Empire-Stil angeglichen.
   
1803 Säkularisation - Ende der Kirchenherrlichkeit des Deutsch-Ordens in Hiltenfingen.

Die politische Gemeinde Hiltenfingen erwirbt die St. Leonhardskapelle
   
1812 Die sogenannte Jägerglocke wird im Turm untergebracht. Pfarrer Jäger von 1774 - 1809

in Hiltenfingen hat sich um das Gotteshaus "unvergängliche" Verdienste erworben.
   
30.08.1829
Durchreise Ihrer Majestäten König Ludwig I von Bayern und seiner Gemahlin Therese.
   
13. auf 14.03. Großbrand vernichtet mehrere Häuser und die Zwiebelhaube des Turmes. Durch die über

1846


der Glockenstube eingebaute feuerhemmende Decke mit festgestampftem Lehm konnten größere Schäden verhindert werden.
   
1850 Bau eines Spitzhelmes auf dem Kirchturm mit Schiefereindeckung - 64 m Höhe
   
1851 Einbau der 1. Turmuhr.
   
1873/1874/1875 Neubau des Friedhofes an der Lindenstraße durch die politische Gemeinde
   
1890 Abgrabung des alten Friedhofes
   
1900 Abbruch der Holzbrücke über der Wertach -die Gemeinde hatte die Baulast und war

zur Zollerhebung (Bruckhabers) ermächtigt - Ablösungssumme 2000 Mark.
   
1901 Kaltvernietung durch den Distrikt (jetzt Bezirk)
   
1902 Gründung des Spar- und Darlehenskassenvereins
   
1903 Gründung der Molkereigenossenschaft Hiltenfingen I (Ober-Dorf)
   
1904 Gründung der Molkereigenossenschaft Hiltenfingen II (Unter Dorf)
   
1906 Einbau einer neuen Orgel (Kuen-Orgel)
   
1907 werden unter Pfarrer Burkhard neue Glocken mit der Tönung DES, F, AS, B im
  Gesamtgewicht von 59 Ztr. augezogen
   
1910 Bau des Schulhauses am Schulweg
   
1911 - 1913 Flurbereinigung Hiltenfingen I (Flurteil westl. der Gennach)
   
1915 - 1917 Bau des Schwarzen Grabens südl. der Steinerenen Brücke (durch Kriegsgefangene)
   
1929 Elektrifizierung des Dorfes
   
1933 Restaurierung des Kircheninneren unter GR. und Dekan Ludwig Harthart (27.500 RM)
   
06.08.1933 feierliche Altarweihe durch seine Exelenz H.H.Bischof Josef Kumpfmüller
   
1939 Einbau der Gemeindekanzlei in den landwirtschaftl. Teil der Lehrerdienstwohnung
   
1942 6. +7. Januar Abnahme von 4 Glocken zum Einschmelzen für Kriegszwecke; die
  kleine Bronzeglocke bleibt erhalten.
   
1948 4. März - Ein Eisenglockenstuhl wird eingebaut und 5 Stahlglocken mit 10.500 kg

Gewicht in der Tönung B, DES, ES, GES und AS werden nach der Weihe aufgezogen
   
1949
Kirchturmrestaurierung, elektr. Antrieb der Glocken und der neuen Kirchturmuhr
  Errichtung eines Ehrenmales für die Gefallenen und Vermißten des 2. Weltkrieges (Anschluß an das des 1. Weltkrieges)
   
1952 Bau des Leichenhauses und Friedhofserweiterung nach Osten
   
1954 Bau des Vierfamilienhauses Friedhofstr. 28


Die Bürgermeister in diesem Jahrhundert

01.01.1876 - 28.02.1916 Franz Schneider
01.03.1916 - 15.06.1919 Leonhard Ringler (stellv. Bürgermeister)
16.06.1919 - 16.12.1929 Albert Schneider
17.12.1929 - 28.02.1937 Johann Stegmann
01.03.1937 - 25.04.1945 Anton Forster
26.04.1945 - 30.04.1956
Johann Stegmann (eingesetzt durch die Besatzungsmacht)
01.05.1956 - 30.04.1990 Konrad Doll

01.05.1990 - 30.04.2002

Ludwig Müller
01.05.2002 Kornelius Griebl

 

Beschreibung des Wappens

 

Wappen
"In Silber ein durchgehendes schwarzes Tatzenkreuz, belegt mit einem blauen Herzschild, darin ein silberner Sparren".

Begründung des Wappens

Von dem alten Ortsadel, dem Rittergeschlecht von Hiltenfingen (Hiltofingen) berichten wiederholt Urkunden aus dem 12. und 13. Jahrhundert; ein Siegel oder Wappen ist jedoch nicht überliefert. Diese Ritter waren Vasallen der Herren von Schwabegg, die sich nach ihrer Burg benannten und 1168 ausstarben. Sie führten einen Sparren im Wappen (Siegel), dessen Farben allerdings unbekannt sind.

Um die aus den ältesten Zeiten stammende und niemals abgebrochene Zugehörigkeit von Hiltenfingen zur Herrschaft Schwabegg zu dokumentieren, wurde der Sparren der Herren von Schwabegg in das Herzschild des Gemeindewappens aufgenommen und die Farbgebung nach dem Wappen der Besitznachfolger auf Schwabegg, der Markgrafen von Ursing-Ronsberg gewählt, die unter anderem einen silbernen gekrönten Löwen im blauen Feld führten, während das Ursinger Wappen einen roten Adler im silbernen Felde zeigt.

Diese Farbgebung des Herzschildes symbolisiert gleichzeitig das weitere Schicksal der Herrschaft Schwabegg mit Hiltenfingen, denn im Jahre 1266 fiel Schwabegg an die Bayernherzöge und verblieb - allerdings mit wiederholten Unterbrechungen - bei ihnen.

Zwischen den Jahren 1280 und 1290 vergaben die bayerischen Herzöge Ludwig und Heinrich die Lehensherrschaft der Kirche in Hiltenfingen mit allen Rechten und Nutzen wie Kirchensatz, Patronatsrecht und Grundbesitz von 778 1/4 Jauchert (von damals rund 1006 Jauchert Gesamtgrund in Hiltenfingen) an die Komturei des Deutschritterordens nach Blumenthal bei Aichach, in deren Besitz sie bis zur Säkularisation verblieb. Diese mehr als 500 Jahre dauernde ungestörte Herrschaft fand ihren Niederschlag im Gemeindewappen durch die Aufnahme des Wappens des Deutschen Ordens, des schwarzen Tatzenkreuzes im silbernen Felde.

 

 
st
© Gemeinde Hiltenfingen 2009    •    zum Seitenanfang    •    design nmsoftware
ho